Tigermücke

Aktuelle Informationen und Handlungsempfehlungen zur Asiatischen Tigermücke

Infos und Tipps der KABS für Juli/August:

Tigermückenlarven entwickeln sich in Wasserbehältnissen; feuchte Erde genügt ihnen nicht. Deshalb: Wasserbehälter wöchentlich auf die Wiese oder Erdboden ausleeren (nicht in einen Gully!), dann vertrocknen die Larven und die Belästigung durch Tigermücken kann reduziert werden.
Tigermückenbekämpfung mit Bti-Tabletten?! Dies ist zu beachten, damit es gelingt:
Die Anwendung von Bti-Tabletten (z. B. CULINEX® Tab plus) ist im Zeitraum von April bis Anfang Oktober spätestens alle 14 Tage zu wiederholen. Eine Bti-Tablette reicht für 50 Liter Wasser und wird am besten in einem kleinen Wasserbehälter zunächst aufgelöst, dann gleichmäßig auf Wasserbehältnisse, z. B. Gullys, Wasserreservoir im Blumentopf verteilt.
Die tagaktive Tigermücke nutzt oft stehendes Wasser in Gullys und Abläufen vor Garagen, Gartendusche, Haus- und Kellertüren für ihre Vermehrung. Deshalb: Gullys im Zeitraum von April bis Oktober wöchentlich mit heißem Wasser oder alle 14 Tage mit Bti-Tabletten (z. B. CULINEX® Tab plus) behandeln.
Tigermückenprävention in der Ferienzeit: Bei sommerlichen Temperaturen geht die Vermehrung der Asiatischen Tigermücke besonders schnell und nach dem Urlaub könntet ihr eine regelrechte Plage im Garten haben. Deshalb: Vor Reiseantritt alle Behältnisse, in welchen sich Wasser sammeln und sich Tigermückenlarven entwickeln könnten, wegräumen bzw. Wasserbehältnisse gut mit Netz/Deckel sichern. Optimalerweise eine Urlaubsvertretung für die Bti-Behandlung organisieren. Dann haben die Tigermücken in eurem Garten keine Chance und ihr könnt den Garten auch nach Reiserückkehr tigermückenfrei genießen.
Achtung Tigermücke – Tropische Viren auch bei uns möglich! Die Asiatische Tigermücke breitet sich zunehmend bei uns aus – und kann tropische Viren wie Dengue, Chikungunya oder Zika übertragen. Hohe Temperaturen (wie aktuell gegeben) ermöglichen eine Übertragung: Wenn eine Tigermücke einen erkrankten Reiserückkehrer sticht, kann sie das Virus weitergeben – auch bei uns!
 —> Schütze dich und deine Nachbarschaft mit einfachen Maßnahmen: Im Urlaub und 14 Tage nach Reiserückkehr Mückenschutz (Spray) verwenden, um nicht gestochen zu werden. Wasserquellen vermeiden: Entferne stehendes Wasser in Blumentöpfen, Eimern etc. Regelmäßig leeren: Wasserbehälter mindestens einmal pro Woche entleeren oder abdecken.  
Belebte Gartenteiche sind keine Brutstätten für Asiatische Tigermücken, aber unbelebte Zierbecken und Brunnen schon.
Deshalb: Wenn keine Fressfeinde wie Fische, Molche, Wasserkäfer, Rückenschwimmer oder Libellenlarven im Becken sind, sollten alle 14-Tage Bti-Tabletten zur Anwendung kommen, um eine Vermehrung der Stechmückenlarven zu unterbinden.
Tigermücken legen ihre Eier in Regentonnen und Zisternen ab und vermehren sich so darin.
Deshalb: Bei Regentonnen und Zisternen alle Zu- und Überläufe mit einem Netz oder passenden Deckel abdichten.
Weitere Infos zur Tigermückenbekämpfung sind auf der Homepage der KABS zu finden unter:
https://www.kabsev.de/bekaempfung/tigermueckenbekaempfung/

Am Mittwoch, 21. Mai 2025 hatte die Gemeinde Meißenheim zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung zum Thema Asiatische Tigermücke in die Festhalle eingeladen.

Hier gehts zur Präsentation der Veranstaltung.

Bürgermeister Schröder begrüßte 35 Bürger und Bürgerinnen sowie drei Mitarbeiter der KABS (Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e.V.). Die Halle war mit Postern mit Informationen zu Stechmücken und ihre Bekämpfung versehen. Mikroskope waren aufgebaut, mit denen Larven und ausgewachsene Tigermücken betrachtet werden konnten.

Der Leiter der AG Exotische Stechmücken der KABS, Artur Jöst, erklärte in seinem reich bebilderten Vortrag die Hintergründe zu der Asiatischen Tigermücke und zeigte den Bürgern Möglichkeiten zur Brutstättenvermeidung auf. In den Ortschaften Meißenheim und Kürzell ist die Tigermücke bereits in allen Ortsbereichen etabliert, so wie in vielen anderen Gemeinden im Oberrheingebiet. Die tagaktive Tigermücke kann sich bald zu einem enormen Plagegeist entwickeln und schlimmstenfalls durch ihre Stiche auch Krankheitserreger wie tropische Viren übertragen. Jöst betonte, dass die Tigermücken sich nicht etwa in den Rheinauen entwickeln, sondern in Regenwasser sammelnden Behältnisse in Höfen und Gärten, in die sie ihre Eier ablegen. Die Brutstätten sind also menschengemacht, woraus sich der Appell an alle Bürger ableitet, durch Achtsamkeit dieser unerwünschten Stechmücke die Brutmöglichkeiten auf ihren Grundstücken zu entziehen.

Als wesentliche Brutstätten der Tigermücke fungieren Regentonnen, Eimer, Gießkannen, offene Hohlpfosten, manche Zierbrunnen, Blumentopfuntersetzer, Wasserabläufe, Altreifen, Folienabdeckungen, vernachlässigte Tiertränken, aber auch allerhand wasserhaltende Gegenstände und Unrat wie Dosen und Becher. Naturnahe Gartenteiche sowie gewartete Pools seien hingegen keine relevanten Brutstätten.

Jöst erklärte ausführlich Vermeidungsmöglichkeiten. So sollten Regentonnen durch Deckel oder Mückennetze dicht verschlossen werden. Eimer, Gießkannen und Sandspielzeug sollten kopfstehend oder im Trockenen gelagert werden. In keinem offenen Gefäß sollte länger als eine Woche Wasser stehen, sonst könnten sich die Tigermückenlarven fertig entwickeln. Daher sollten Untersetzer regelmäßig ausgelehrt werden und Tiertränken mindestens wöchentlich gesäubert und das Wasser ersetzt werden. Hofabläufe und Dachrinnen sollten regelmäßig gereinigt und Folienabdeckungen gestrafft werden, um den vollständigen Wasserabfluss zu gewährleisten. Auch das Aufräumen von nicht benötigten Gegenständen und Müll seien eine sinnvolle Maßnahme. Bei nicht vermeidbaren Brutstätten sei die Anwendung von Bti-Tabletten sinnvoll.

Der Vortrag stieß beim Publikum auf reges Interesse und es kamen zahlreiche Fragen auf. Jöst betonte, wie wichtig eine breite Beteiligung der Bevölkerung an den Maßnahmen sei, um spürbare Erfolge beim Eindämmen der Tigermücke zu erzielen.

Bürgermeister Schröder dankte den Anwesenden für die Teilnahme an der Veranstaltung und appellierte, die erworbenen Kenntnisse an Nachbarn und Freunde weiterzugeben. Die Gemeinde Meißenheim werde sich mit der KABS auch weiterhin der Information der Bürger und Bürgerinnen annehmen.

Brutstättenbehandlung

Um eine lokale Tigermückendichte gering zu halten und eine großflächige Ausbreitung über das gesamte Gebiet zu verhindern, ist es notwenig, die aggressive Art zu bekämpfen.

Hierbei kann die Brutstätten-Checkliste hilfreich sein.