Die Tigermückensaison beginnt – Handlungsempfehlungen der KABS
Die Tigermückensaison beginnt!
Eigenverantwortliches Handeln der Bürger:innen erforderlich
Aktuelle Situation in Meißenheim
In Meißenheim und Kürzell hat sich die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) angesiedelt. Da diese sehr aggressiv ist, schnell zu einer Plage wird und ggf. auch Krankheiten übertragen kann, sollten alle Bürger:innen über die Sommermonate Maßnahmen ergreifen, damit ihre Populationsdichte möglichst niedrig gehalten wird.

In diesem Jahr werden keine Maßnahmen durch die Fachkräfte der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e. V. (KABS) durchgeführt. Daher ist es umso wichtiger, dass die Bürger:innen selbstständig Präventionsmaßnahmen ergreifen, um eine Vermehrung der Asiatischen Tigermücke auf dem eigenen Grundstück zu unterbinden und damit eine Plage zu verhindern.
Die KABS bietet hierbei den Bürger:innen Unterstützung an, indem der Gemeindeverwaltung Meißenheim umfangreiches Informationsmaterial zur Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke zur Verfügung gestellt wird. Ebenfalls können Meldungen über das Meldeportal der KABS (www.kabsev.de/stichts?) gemacht werden, damit die Ausbreitung der Tigermückenpopulation im Blick gehalten werden kann. Tipps für gute Fotos: Stechmücken möglichst „sanft“ erschlagen oder mit einem Glas einfangen und zum Abtöten für ca. 20 Minuten in das Gefrierfach eines Kühlschrankes oder in eine Gefriertruhe legen. Danach Fotos von verschiedenen Positionen der Stechmücke machen (von vorne, von oben, Beine).
Handlungsempfehlungen für Bürger:innen
Die wirksamste Maßnahme zur Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke besteht in der Vermeidung bzw. Beseitigung von Brutmöglichkeiten. Tigermücken entwickeln sich innerhalb einer Woche in wassergefüllten Behältnissen, die sich in Gärten oder auf Balkonen befinden wie z. B. Regentonnen, Übertöpfe, Untersetzer, Gießkannen, Tiertränken, aber auch Hofgullys, verstopften bzw. durchhängenden Dachrinnen, hohlen Zaunpfählen etc. Da Tigermücken nur wenige hundert Meter weit fliegen, stammen die attackierenden Exemplare, entweder vom eigenen Grundstück oder aus der Nachbarschaft.
Die nun beschriebenen Maßnahmen sollten in der Zeit von Anfang April bis Anfang Oktober konsequent umgesetzt werden. Außerhalb dieses Zeitraums findet keine Vermehrung der Tigermücken statt; ein Großteil der im Herbst abgelegten Eier übersteht jedoch unbeschadet den Winter.
Anwohner:innen können sehr effektiv die Vermehrung von Tigermücken verhindern, indem Gefäße entweder so gelagert werden, dass sich kein Wasser darin ansammeln kann oder indem Behältnisse lückenlos abgedichtet werden (z. B. Regentonne mit einem engmaschigen Moskitonetz mit Kordelzug). Auch das einmal wöchentliche, vollständige Entleeren von wassergefüllten Behältnissen (z. B. Tiertränken) ist eine sinnvolle Maßnahme, um einer Vermehrung vorzubeugen. Falls diese Maßnahmen nicht für alle Brutstätten umsetzbar sind, können die verbliebenen Brutmöglichkeiten 14-täglich mit Bti-Tabletten behandelt werden. Diese Tabletten beinhalten einen Eiweißstoff, der nur für die Larven weniger Mückenarten tödlich ist. Für andere Tiere, wie z. B. Bienen, Hunde, Katzen, Igel, Vögel, Reptilien, Amphibien und natürlich auch für den Menschen ist der biologische Wirkstoff völlig unbedenklich. Bti-Tabletten können die Bürger:innen kostenfrei über die Gemeindeverwaltung erhalten.
Tigermückeneier können sicher beseitigt werden noch bevor die Larven schlüpfen! Die Weibchen kleben ihre Eier sehr fest an die Innenwand von wassergefüllten Gefäßen. Mit heißem Wasser (mindestens 60°C) können die Eier in den Behältnissen (Blumentöpfe, Untersetzer, Gießkannen, Gullys, Regenrinne, etc.) abgetötet werden. Alternativ können die Eier mit einer Bürste aus den Gefäßen entfernt werden. Den Innenrand kräftig abschrubben, Gefäß und Bürste anschließend mit sauberem Wasser aus- bzw. abspülen und das Wasser samt Eiern auf die Erde gießen.
Warum die Asiatische Tigermücke bekämpft werden sollte
Die ursprünglich aus Südostasien stammende Asiatische Tigermücke wird durch den globalen Reise- und Handelsverkehr bereits seit Jahrzehnten weltweit verbreitet und trifft mittlerweile auch in Deutschland durch mildere Temperaturen auf einen geeigneten Lebensraum.
Wird sie nicht bekämpft, kann sie sich in klimatisch begünstigten Regionen, wie der Oberrheinebene, in den Sommermonaten stark vermehren und zu einer regelrechten Plage werden.Darüber hinaus stellt sie ein Gesundheitsrisiko dar, denn sie ist in der Lage eine Vielzahl von Krankheitserregern wie z. B. das Dengue-, Zika-, Chikungunya- und das West-Nil-Virus auf den Menschen zu übertragen. Dabei trägt die Tigermücke die Krankheitserreger nicht von Natur aus in sich, sondern muss zunächst einen infizierten Menschen stechen, bei dem die entsprechenden Viren im Blut vorhanden sind. Diese Viren sind in Süddeutschland zwar aktuell nicht verbreitet, werden aber regelmäßig durch Reiserückkehrende eingetragen. Vor allem bei längeren Wärmeperioden besteht das Risiko, dass das Virus innerhalb etwa einer Woche über die Tigermücke von einer infizierten auf eine weitere Person übertragen wird.
Aber nicht nur Menschen, sondern auch Hunde können in Mitleidenschaft gezogen werden. So kann die Asiatische Tigermücke auch Fadenwürmer übertragen, welche die Herzwurmerkrankung bei Hunden verursachen.
Umfangreiche Informationen zur Asiatischen Tigermücke gibt es auf der Website www.kabsev.de.
KABS e.V.
Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e. V.
Georg-Peter-Süß-Str. 3
67346 Speyer
www.kabsev.de

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage unter Tigermücke.